Work in progress

blog 114.

Es gibt so viele Baustellen, nicht nur auf der Straße, sondern auch in unserem eigenen Leben. Wir leben Tag ein, Tag aus. Voller Ziele und Träume, ermüdet, voller Sorgen. Doch wir machen stets weiter, denn irgendwann wird die Zeit kommen, an der wir unsere Baustellen endlich anfangen, beenden oder weiterhin unberührt lassen.

Ich bin eine Baustelle. Eine riesengroße Baustelle. Habe Träume. Habe Ziele. Habe Ängste. Habe von ihnen doch so viele. Ich erstelle stets Profile in meinem Kopf, wie ich doch sein sollte und wie ich es tatsächlich bin. Wie ich sein könnte und nie sein werde. Wie ich mich verändern möchte, es doch so langsam angehe. Manchmal blicke ich in den Spiegel und denke, dass ich ankomme, der Wind fest im Segel, stets voran, denn irgendwo ist das Land. Und an manchen Tagen, denk ich an all die Baustellen, die ich zu beenden habe und frage mich wann ich sie doch beenden soll. Wann soll ich mir Zeit für mich nehmen und über alles in Ruhe nachdenken? Wann soll ich mir die Zeit für die Kleinigkeiten, die für mich aber so wichtig sind, nehmen? Wann soll ich ich sein oder erfahren, wer ich doch eigentlich bin? „Ich habe keine Zeit. Irgendwann werd ich es noch tun.“ Und dann fühlt man sich schlecht, weil man besser sein will, weil man doch so viel mehr geben möchte, weil man sich selbst nicht genügt.
Wir möchten so viel machen und so viel erreichen, möchten jemand völlig anderes sein, erkennen dabei nicht, dass auch wenn wir ein „work in progress“ sind, sowas von ausreichen.

blog 216
Ja, irgendwann werden wir unsere Träume angehen.
Ja, irgendwann wirst du mich verstehen.
Ja, irgendwann nehm ich mir die Zeit für meine Liebsten.
Ja, irgendwann fang ich mit dem Sport mal an.
Ja, irgendwann werde ich zu meiner Meinung stehen.
Ja, irgendwann werde ich mir die Haare doch mal Pink färben.
Ja, irgendwann werde ich mal ich sein. Doch was wenn es da bereits zu spät ist?

blog 221
Aber die ganze Arbeit, sie tut sich doch nicht von allein! Um ein Haus zu bauen, braucht es seine Zeit. Es braucht Menschen, Mühe und Energie. Zeit, die manchmal so schnell, ein anderes mal doch so langsam verfliegt. Und ja, es dauert keinen Tag, keinen Monat, das ist ja der Hacken. Ein Haus wird nach einiger Zeit endlich mal fertig sein, gebaut, eingerichtet und mit Liebe gefüllt, doch selbst dann werden ab und zu ein paar Schrauben zu locker sein, frisch gestrichen und nach ein paar Jahren wird alles renoviert. Aber das macht ja die ganze Sache doch aus „work in progress“, jeden Tag. Und so sind wir auch. Wir werden niemals fertig sein, es wird immer eine neue Erkenntnis geben, neue Menschen in unserem Leben, die uns etwas lehren, jedes Jahr, dass voller neuer Erfahrungen sein wird. Ganz gleich, wie alt oder jung wir sind, wie unsere Meinung lauten mag, was wir bisher erlebt haben, es wird immer etwas Neues geben.
Und irgendwann muss man sich feste Schuhe, eine Sicherheitsweste und einen Helm anziehen, auf den Bager setzen und anfangen zu werkeln.

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2 Gedanken zu “Work in progress

  1. Guter Artikel! Unser Leben ist und bleibt immer ein wenig Baustelle, wenn man sich weiterentwickeln will und nicht stehen bleibt. Wichtig ist für mich, persönliche Baustellen aber tatsächlich irgendwann – zumindest temporär – abzuschließen. Man sollte nicht zu viele offene Baustellen haben, dann verliert man den Überblick.

    BG

    Jörg

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