Aber ich bin immer noch ich

Aber ich bin immer noch ich.

Es gibt Abende an denen man nachdenkt. Mehr als es einem lieb wäre. Langsame, tiefgründige Musik erfüllt den Raum und Gänsehaut bildet sich an unseren Armen. Es wird alles wiederholt. Alle Gedanken führen uns die Vergangenheit vor die Augen. Wie man früher war. Welche Fehler man begann. Wie man sich entwickelt hat.

Mit 14 meinte ich die zu sein, die ich für immer bleiben würde. Konnte mir nicht vorstellen, mich je zu verändern.
Mit 15 nahm ich meine erste große Liebe wahr. Wollte ihn kennenlernen.
Mit 16 haben wir uns, zum ersten mal, getroffen. Die Momente, mit ihm, haben mir gezeigt, dass das was ich mit 14 empfand, alles, nur keine Liebe, war.
Mit 17 war ich verloren, unzufrieden. Die meiste Zeit über. Gedanken, die kein Ende nahmen.
Mit 18 bin ich weiser. Doch nicht am Ende meiner Reise. Was ich noch lernen und erleben werde, kann ich mir vorstellen, sicher jedoch bin ich nicht, denn alles kann geschehen.
Mit 19 werde ich, vielleicht, auf diese Zeilen zurückblicken und mich fragen was mir, in dem Moment, durch den Kopf ging, als ich diese Wörter schrieb.

Mit Geld kann man viel kaufen. Aber das Wichtigste wird uns überlassen.
Momente. Erinnerungen. Menschen. Entscheidungen. Und Zeit.
Unkäuflich und unbezahlbar.
Aber nicht nur ich entwickle mich. Andere auch.
Man muss lernen, zu vergessen, zu verzeihen, loszulassen.
Nicht nur, auf andere, Rücksicht nehmen, obwohl es wichtig ist, denn vergessen sollte man sich selbst auch nicht.
Wenn ich meine Augen schließe und die Dunkelheit vor mir ist. Wenn ich mich zu verirren scheine. Wenn ich meine, nicht mehr ich zu sein. Dann weiß ich, dass da jemand ist. Jemand, der mir seine Hand reichen wird und die Dunkelheit, ein heller Strahl, vertreiben wird.
In jedem Alter gibt es verschiedene Phasen. Manchmal dauern sie ein Leben lang.
Wir lassen uns verändern, weil wir akzeptiert werden wollen.
Ändern manchmal unsere Meinung, um nicht alleine dazustehen.
Können, vielleicht, nicht uns selbst vertrauen. Je nach Situation.
Sind verrückt aber auch verträumt.
Sind spontan. Denken aber auch, über dies und jenes, nach.
Suchen nach dem Sinn des Lebens, und finden ihn gelegentlich auch.
Wir möchten geliebt werden, risikieren Schmerzen, auch wenn es sich manchmal anfühlt, als ob jemand nichts lieber täte, als uns diese zuzufügen.
Wir sind mit Freunden. Aber einsam.
Sind einzigartig. Und doch nur eine/r unter vielen.
Leben Tag ein. Leben Tag aus.
Fürchten uns.
Sind tapfer und schwach zugleich.
Eine Fassade, die uns schützt. Eine Rüstung, durch die niemand einen Blick wagt.
Leben in einer Welt, auf der die Menschen den Fokuss auf sich selbst richten.
Sind uns bewusst, dass wir stark sein müssen, geben aber manchmal auf, da es schwer ist in einen Krieg, alleine, zu ziehen und diesen auch noch zu gewinnen.
Mit 18 habe ich bereits so viele Erkenntnisse gesammelt, denke ich, doch mir ist bewusst, dass ich, mit 60, denken werde, dass ich, in diesem Alter, doch keine Ahnung hatte.
Mit 14 war ich anders. Voller Selbstzweifel, still und nicht laut. Gefangen in meiner eigenen Welt. Glaubte, von dunkler Luft, umarmt zu werden. Doch diese Jahre sind vorbei.
Mit 18 bin ich sicher. Meine Meinung offen, auch zurückhaltend, wenn es sein muss, denn zuhören muss man auch können. Ein Pferd gestohlen hab ich zwar bisher noch nicht, doch wer weiß was noch passiert, dagegen hätte ich nichts. Abenteuer bereiten mir keine Bauchschmerzen mehr, sondern Lust auf mehr. Ich verstehe, strebe nach Zielen, sehe immer mehr. Ich bin selbstsicherer geworden. Kenne meinen Wert. Schätze so viel mehr als je zuvor. Liebe Deutsch und hasse Mathe. Ironie spreche ich fließend und finde diese Sprache mehr als angenehmen, auch wenn nicht jeder sie versteht. Bin fröhlich, nachdenklich aber auch. Eine Mischung. Wer ich heute bin kann sich mit den Jahren ändern. Es wird sich, wahrscheinlich, ändern. Denn es wäre zu langweilig stehen zu bleiben, auch wenn man es manchmal muss, um zurückzublicken und seine Schritte immer mehr wachsen sehen.

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